Wirtschaftsjunioren unterstützen Investivlohn als variablen Gehaltsbestandteil
Grundsatz der Freiwilligkeit / German Drechsler: „Partnerschaft in guten wie in schlechten Zeiten“
Die Wirtschaftsjunioren Deutschland unterstützen alle Bemühungen, die rechtlichen Grundlagen für eine stärkere Mitarbeiterbeteiligung zu schaffen. Allerdings könne es den Investivlohn „nicht flächendeckend als Sahnehäubchen“ geben, so German Drechsler, Bundesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Deutschland, heute in Berlin: „Wir müssen im Gegenteil dahin kommen, dass mehr Mitarbeiter und nicht nur Führungskräfte mit einem Teil ihres Gehalts ins unternehmerische Risiko gehen – und dadurch einen unmittelbaren Vorteil darin erkennen, sich für den unternehmerischen Erfolg einzusetzen. Erst das ist eine echte Partnerschaft – in guten wie in schlechten Zeiten“.
Zur Umsetzung sagte Drechsler, dass den Mitarbeitern vor allem bei Gehaltserhöhungen künftig ein Wahlrecht eingeräumt werden sollte, ob sie einen bestimmten Betrag in bar oder einen höheren Betrag als Beteiligung am Unternehmen erhalten wollten. „Entscheidend ist der Grundsatz der Freiwilligkeit: Weder die Unternehmen noch ihre Mitarbeiter dürfen zu einem solchen Modell gezwungen werden.“ Je nach Rechtsform müsse es zudem klare Regelungen für die Kontroll-, Informations- und Stimmrechte kapitalbeteiligter Mitarbeiter geben. „Die möglicherweise zwischengeschalteten Interessenvertreter sollten nicht automatisch von den Gewerkschaften kommen.“
Im Idealfall, so Drechsler weiter, „wird das Unternehmen leistungsfähiger, weil es über hoch motivierte Mitarbeiter und eine bessere Liquidität verfügt, und flexibler, weil es bei schwächerer Geschäftsentwicklung nicht gleich Mitarbeiter entlassen muss. Und wenn alles gut läuft, verdienen auch die Mitarbeiter richtig gut.“
Wichtig sei es, möglichst bald einen „Werkzeugkasten“ zur Verfügung zu stellen, mit dessen Hilfe sich jedes Unternehmen ein Modell zusammenbauen könne. Es müsse Gestaltungsspielraum geben, die Investivlohnbestandteile als Eigen- oder Fremdkapital zu behandeln, sich auf die Offenlegung bestimmter Kennzahlen oder auf mögliche Zeitpunkte der Auszahlung zu einigen: „Hauptsache, es wird nicht bürokratisch in Fesseln geschlagen, sondern eine neue Dynamik entfesselt.“
Die Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) bilden mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedern aus allen Bereichen der Wirtschaft den größten deutschen Verband von Unternehmern und Führungskräften unter 40 Jahren. Bei einer Wirtschaftskraft von mehr als 120 Mrd. Euro Umsatz verantworten sie rund 300.000 Arbeits- und 35.000 Ausbildungsplätze. Seit 1958 sind die Wirtschaftsjunioren Deutschland Mitglied der mehr als 100 Nationalverbände umfassenden Junior Chamber International (JCI).